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    KI Prompt Engineering – Meine Zwischenbilanz

    Von vermeintlichen Super-Prompts über Ahnenforschung bis hin zur Frage, wie KI unsere Arbeitswelt verändert.

    21. Oktober 2026

    Nächste Woche ist es so weit: Mein KI Prompt Engineering Kurs bei Distart geht zu Ende. Ein guter Zeitpunkt, um einmal zurückzublicken und festzuhalten, was ich in den vergangenen Wochen gelernt habe, was mich überrascht hat und wo vielleicht auch die eine oder andere Erwartung nicht ganz erfüllt wurde.

    Erst gestern habe ich eine Praxisaufgabe abgegeben, bei der es darum ging, einen eigenen Custom GPT zu erstellen. Die Rückmeldung steht noch aus, aber für mich ist das zumindest ein kleiner Meilenstein.

    Und während ich so über den Kurs nachdenke, fällt mir auf, wie sehr sich mein Umgang mit künstlicher Intelligenz inzwischen verändert hat.

    KI kann inzwischen deutlich mehr als Texte schreiben

    Natürlich wusste ich schon vor dem Kurs, dass ChatGPT und andere KI-Modelle beeindruckende Dinge leisten können.

    Aber wie vielseitig diese Möglichkeiten inzwischen tatsächlich sind, wurde mir erst durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema richtig bewusst.

    ChatGPT, Gemini und Claude haben jeweils ihre eigenen Stärken und Schwächen. Claude hat mich beispielsweise besonders im Textbereich interessiert, während ChatGPT für mich auch durch seine vielfältigen kreativen Möglichkeiten punktet.

    Was mich allerdings noch stärker beeindruckt hat, ist das Potenzial im klassischen Büroalltag.

    Viele Tätigkeiten, für die früher umfangreiche Recherche, manuelle Aufbereitung oder mehrere Arbeitsschritte erforderlich waren, lassen sich heute mithilfe von KI zumindest teilweise deutlich vereinfachen.

    Ob Dokumente zusammenfassen, Informationen strukturieren, Inhalte erstellen oder Arbeitsabläufe automatisieren: Die Möglichkeiten sind enorm.

    Natürlich hat das auch eine Kehrseite.

    Wenn KI zunehmend Aufgaben übernehmen kann, die bislang Menschen erledigt haben, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie sich bestimmte Arbeitsplätze und Berufsbilder verändern werden.

    Für mich gehört diese Betrachtung genauso zum Thema KI wie die Begeisterung über neue Funktionen.

    Ahnenforschung mit KI – damit hatte ich nicht gerechnet

    Ein besonders interessantes Erlebnis hatte ich abseits des eigentlichen Kurses.

    Ich habe mich nebenbei etwas intensiver mit Ahnenforschung beschäftigt. Dabei geht es unter anderem darum, alte Kirchenbücher, Matriken und historische Aufzeichnungen auszuwerten.

    Anfangs nutzte ich dafür ein spezialisiertes Transkriptionstool eines Ahnenforschungsportals. Das funktionierte erstaunlich gut, war allerdings nur eingeschränkt kostenlos verfügbar.

    Irgendwann kam mir der Gedanke: Warum eigentlich nicht ChatGPT ausprobieren?

    Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten stellte sich heraus, dass das ebenfalls ziemlich gut funktioniert.

    Alte handschriftliche Einträge konnten aus eingescannten Dokumenten ausgelesen und interpretiert werden. Besonders interessant wurde es, wenn sich Namen, Daten und historische Informationen mit bereits vorhandenen Rechercheergebnissen verbinden ließen.

    Plötzlich passte ein Name zu einem Taufeintrag, ein Datum zu einer Hochzeit oder eine neue Information zu einer bereits bekannten Familiengeschichte.

    Natürlich muss man solche Ergebnisse überprüfen. Gerade alte Handschriften und historische Quellen sind fehleranfällig.

    Aber als Unterstützung bei der Recherche ist das wirklich bemerkenswert.

    Vom Comic bis zur Musikproduktion

    Auch die kreativen Möglichkeiten haben mich überrascht.

    Neben den eigentlichen Kursaufgaben habe ich mit KI beispielsweise im Bereich Comicgestaltung und Charakterdesign experimentiert.

    Dabei wurde mir bewusst, wie weit sich Ideen inzwischen entwickeln lassen, ohne dass man für jeden einzelnen Arbeitsschritt sofort ein spezialisiertes Programm beherrschen muss.

    Noch überraschender fand ich die Möglichkeiten rund um MIDI-Dateien.

    Dass KI dabei helfen kann, musikalische Informationen so aufzubereiten, dass sie anschließend in einer Digital Audio Workstation, kurz DAW, weiterverarbeitet werden können, hätte ich zunächst nicht unbedingt erwartet.

    Solche Entdeckungen sind es, die mich immer wieder neugierig machen.

    Manchmal ist es einfach nur eine kaputte Beamerlampe

    Ein weiteres Beispiel stammt aus dem Alltag.

    Mein Beamer machte plötzlich Probleme. Also habe ich Fotos gemacht und Gemini gefragt, was die Ursache sein könnte.

    Die KI deutete auf eine defekte Lampe hin. Nach weiteren Bildern und Rückfragen bekam ich zusätzliche Hinweise zur möglichen Ursache und zur Auswahl eines geeigneten Ersatzteils.

    Unter anderem ging es darum, dass auch eine kompatible Ersatzlampe infrage kommen könnte, sofern ein hochwertiges Leuchtmittel, beispielsweise von Osram, verbaut ist.

    Das klingt vielleicht unspektakulär.

    Aber genau solche Situationen zeigen mir, wie praktisch KI geworden ist.

    Früher hätte ich möglicherweise längere Zeit in Foren gesucht, Bedienungsanleitungen gelesen und verschiedene Webseiten verglichen.

    Heute kann eine KI zumindest dabei helfen, das Problem schneller einzugrenzen und die weitere Recherche zu erleichtern.

    Und was ist mit den geheimen Super-Prompts?

    Eine Sache hatte ich mir vor dem Kurs tatsächlich etwas anders vorgestellt.

    Wer sich auf Social Media mit KI beschäftigt, kennt vermutlich diese Videos, in denen vermeintlich sensationelle Prompt-Codes oder besondere Slash-Befehle vorgestellt werden.

    Da entsteht schnell der Eindruck, man müsse nur eine geheime Zeichenfolge kennen und schon würde die KI plötzlich völlig neue Fähigkeiten entwickeln.

    Ich hatte durchaus erwartet, im Kurs vielleicht einige solcher besonderen Techniken kennenzulernen.

    Inzwischen sehe ich das nüchterner.

    Hinter manchen dieser Befehle stecken vermutlich einfach vorbereitete Anweisungen, Prompt-Vorlagen oder spezielle Abläufe. Das kann praktisch sein, ist aber nicht automatisch eine magische Funktion des KI-Modells.

    Was ich aus dem Kurs mitnehme, ist deshalb etwas Grundsätzlicheres:

    Entscheidend ist, zu verstehen, wie man Aufgaben formuliert, Kontext liefert, Ergebnisse hinterfragt und Anweisungen gezielt verbessert.

    Das ist weniger spektakulär als ein angeblicher Geheimcode.

    Aber wahrscheinlich wesentlich nachhaltiger.

    Wie gut war der Kurs bei Distart?

    Insgesamt bin ich mit dem Kurs zufrieden.

    Die Videos sind gut produziert, die Dozenten erklären die Inhalte verständlich und das Lernportal macht es leicht, den eigenen Fortschritt nachzuvollziehen.

    Auch die individuelle Unterstützung funktioniert gut.

    Wenn Fragen auftauchen, kann man einen virtuellen Warteraum betreten und bekommt nach meiner Erfahrung sehr schnell die Möglichkeit, mit jemandem per Videocall zu sprechen.

    Was mir allerdings fehlt, sind regelmäßige Live-Sessions mit anderen Teilnehmern oder Dozenten.

    Gerade bei einem Thema, das sich so schnell entwickelt, hätte ich einen stärkeren persönlichen Austausch interessant gefunden.

    Auch die Bildgenerierung hätte für meinen Geschmack etwas ausführlicher behandelt werden können.

    Allerdings war mir von Anfang an klar, dass es sich um einen Kurs zum Prompt Engineering handelt und nicht um eine spezialisierte Ausbildung für KI-Bild- oder Videoproduktion.

    Insofern hat der Kurs seinen eigentlichen Schwerpunkt aus meiner Sicht gut vermittelt.

    Mein Umgang mit KI hat sich verändert

    Heute nutze ich KI wesentlich selbstverständlicher als noch vor einiger Zeit.

    Manchmal ist es nur eine kurze Frage. Manchmal ein umfangreicher Prompt. Und manchmal entsteht aus einer zunächst kleinen Idee ein ganzes Projekt.

    Das Spannende ist, dass sich dabei ständig neue Möglichkeiten ergeben.

    Und damit komme ich zu einem Punkt, der gerade für meine Arbeit im Marketing interessant ist.

    Auch dieser Blogbeitrag ist ein Beispiel dafür.

    Die Gedanken, Erfahrungen und Einschätzungen stammen von mir. Ich habe sie frei erzählt, teilweise ungeordnet und mit einigen gedanklichen Sprüngen.

    Die KI hat mir anschließend geholfen, daraus eine nachvollziehbare Struktur zu entwickeln und die Inhalte sprachlich aufzubereiten.

    Der persönliche Inhalt bleibt dabei der Ausgangspunkt.

    Und genau darin sehe ich eine der interessantesten Möglichkeiten von KI in der Content-Produktion: Sie kann helfen, aus eigenen Ideen und Erfahrungen unterschiedliche Formate zu entwickeln.

    Nicht unbedingt, um menschliche Gedanken zu ersetzen, sondern um sie besser nutzbar und verständlich zu machen.

    Mein Fazit

    Der KI Prompt Engineering Kurs hat mir keine geheimen Zauberformeln offenbart.

    Dafür habe ich etwas mitgenommen, das mir deutlich wichtiger erscheint: ein besseres Verständnis dafür, wie vielseitig künstliche Intelligenz inzwischen eingesetzt werden kann.

    Von Büroautomatisierung über historische Recherchen bis hin zu kreativen Projekten und alltäglichen technischen Fragen.

    Die Möglichkeiten sind beeindruckend, aber natürlich nicht grenzenlos.

    Und je mehr ich mich damit beschäftige, desto häufiger stelle ich fest, dass es noch sehr viel zu entdecken gibt.

    Oder wie einer unserer Kursdozenten gerne sagte:

    „Das ist schon cool!“

    Ja. Das trifft es eigentlich ziemlich gut.